Die Dachlandschaft als fünfte Fassade

In der Schimmelgasse 5 wird der Dachausbau zur präzise gegliederten Architekturschicht. Großformatige Fensterkombinationen, Einzelfenster und Kniestockelemente bilden eine differenzierte Dachlandschaft, die das Erscheinungsbild ebenso prägt wie die Räume darunter. So entstehen helle Wohnbereiche mit weiten Blickbeziehungen und eine fünfte Fassade mit eigenem Rhythmus.

Im dichten Wiener Stadtraum ist das Dach längst mehr als der obere Abschluss eines Gebäudes. Es wird zur fünften Fassade und übernimmt eine doppelte Aufgabe: Es prägt die Wirkung im Stadtbild und bestimmt zugleich Proportion, Lichtführung und Atmosphäre der darunterliegenden Räume.

 

 

Beim Wohnbauprojekt Schimmelgasse 5 wird diese Wechselwirkung besonders sichtbar. Die Dachfläche ist nicht mit gleichförmig gesetzten Einzelöffnungen belegt, sondern durch ein abgestuftes System aus großformatigen Fensterkombinationen, Einzelfenstern und Kniestockelementen gegliedert. Insgesamt 41 Elemente reagieren auf unterschiedliche Raumgeometrien und Nutzungen. Nach außen entsteht ein kontrollierter Rhythmus; im Inneren reichen die Öffnungen weit in die Dachschräge und schaffen klare Bezüge zwischen Raum, Himmel und umgebender Stadt.

 

 

Besonders prägnant sind vierteilige Kombinationen aus Klapp-Schwing- und Kniestockfenstern. Sie lösen die übliche Trennung zwischen geneigter Dachfläche und vertikalem Wandbereich auf und erweitern die Wahrnehmung des Raumes. Daneben wurden Schwingfenster FTU-V P50, Klapp-Schwingfenster FPU-V P50, Kniestockfenster BVU P50 und Fixelemente FXU eingesetzt. Die unterschiedlichen Formate basieren auf einem abgestimmten FAKRO-System und lassen sich zu einer zusammenhängenden architektonischen Komposition verbinden.

 

 

Außenliegende ARZ-Solar-Rollläden und VMZ-Solar-Netzmarkisen ergänzen die Öffnungen, ohne zusätzliche Leitungsführung in die Dachfläche eingreifen zu müssen. Damit werden Sonnenschutz, Bedienung und Gestaltung bereits in der Planung als zusammengehörige Bestandteile der Gebäudehülle behandelt. Das Projekt zeigt, wie aus der präzisen Setzung von Öffnungen nicht nur gut nutzbarer Wohnraum, sondern eine eigenständige Dacharchitektur entsteht.

Weitere Informationen

 

FAKRO Dachflächenfenster GmbH
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Fotos: Michael Wallisch